| Aus "Walden" |
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Ich kenne mich nur als menschliches Wesen, als den Tummelplatz sozusagen, von Gedanken und Gefühlen, und bin mir einer gewissen Doppelexistenz bewußt, die mir gestattet, mir selbst so ferne zu stehen wie einem anderen Menschen. Wie tiefgehend auch mein Erleben ist, so fühle ich die Gegenwart und Kritik eines Teiles von mir, der eigentlich kein Teil von mir, sondern Zuschauer ist, nicht teil an den Erlebnissen, aber Notiz davon nimmt; dieser Teil gehört ebensowenig mir wie dir. Wir sind meistens einsamer, wenn wir hinausgehen unter die Menschen, als wenn wir in unserem Zimmer bleiben. Ein einziger milder Regen macht das Gras um viele Schattierungen grüner. So hellt sich unser Ausblick auf die Zukunft auf unter dem Einfluß besserer Gedanken. Gesegnet wären wir, wenn wir immer in der Gegenwart lebten, und alles, was an uns herantritt, uns zum Vorteil gereichen ließen, wie das Gras, das den Einfluß des leichtesten Taues, der es befeuchtet, offenbart; wenn wir nicht unsere Zeit damit verbrauchten, Versäumtes nachholen zu wollen, was wir dann Pflichterfüllung nennen. Wenn jemand vertrauensvoll in der Richtung seiner Träume vorwärtsschreitet und danach strebt, das Leben, das er sich einbildete, zu leben, so wird er Erfolge haben, von denen er sich in gewöhnlichen Stunden nichts träumen ließ. |
| Henry David Thoreau |